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5. Frauenkonferenz für Frieden im Mittleren Osten Familientradition der Ureinwohner Amerikas
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Unsere Nachrichten konfrontieren uns täglich mit der Tatsache von ungelösten Konflikten insbesondere im Mittleren Osten. In mir - wie wahrscheinlich in vielen von uns – macht sich ein Gefühl der Ohnmacht und Verzweiflung breit, da keine Lösungen in Sicht zu sein scheinen, wenigstens nicht im Bereich der Medienberichte. Das hat mich motiviert, den folgenden Konferenzbericht zu übersetzen:

5. Frauenkonferenz für Frieden 
im Mittleren Osten

7. bis 10. Mai 2001 Istanbul Türkei

Bericht von Alexa Ward,
 

Vizepräsidentin der  WFWP –International
Präsidentin der WFWP –USA

Dieses Historische Treffen brachte 34 Frauen aus 15 Nationen des Mittleren Ostens in Istanbul/ Türkei zusammen. Diese Konferenz wurde mit Unterstützung von WFWP –Japan als ein spezielles Projekt bereits seit 1997 alljährlich abgehalten.

Istanbul ist eine wunderschöne Stadt, die für die Welt wertvolle Denkmäler sowohl byzanthinischer als auch ottomanischer Kultur bewahrt hat, in der Kunst , Architektur und Religion. Die Stadt wird vom Bosporus in zwei Teile geteilt.

Die WFWP Konferenz wurde in dem sehr eleganten Conrad International Hotel auf der europäischen Seite der Stadt abgehalten.

Die Konferenz wurde von Dr, Asya Al- Lamky, Assistenzprofessorin im Management der Sultan Qaboos Universität, Sultanat Oman, und Prof. Lan Yan Moon, Präsidentin der WFWP –International geleitet. Beide Vorsitzende hießen die Gäste während des Eröffnungsbankets herzlich willkommen. Anschließend stellte sich jede Teilnehmerin persönlich vor.

Am 8. Maieröffnete Frau Tetsuko Kuboki, Präsidentin der WFWP –Japan das Programm, gefolgt von Prof. Moon, die die Hauptansprache gab. Dr. Al-Lamky führte die Anwesenden durch die weiteren Präsentationen, die in zwei Kategorien ein zu ordnen sind:

  • Diejenigen, die einen Weg zum Frieden über Gesetze anboten, durch verstärkten Einsatz existierender, aber auch die Schaffung neuer Gesetze, wo es notwendig ist.

Prof Dr Ruveyde Bayraktar, Turkey

  • Die, die Anregungen zur Friedenserziehung brachten: Erziehung zur Gewaltlosigkeit, Erziehung in der Familie, Erziehung junger Mädchen und Frauen.

Es stellte sich sehr klar heraus, dass ein dauerhafter Friede nur durch substantielle Fortschritte in beiden Bereichen erreicht werden kann. Der Bereich der Gesetze ist durch Rechte bestimmt. Wenn einmal Rechte durch Gesetze garantiert sind, die auch durchgezogen werden, dann ergibt dies ein Fundament für die Erziehung. Erziehung verändert das, Benehmen und Verhalten eines Menschen und letztlich das Herz.

Im weiteren Verlauf wurden verschiedene kulturelle Zugänge zu zentralen Themen wie Familie und Ethik diskutiert.

Am Ende gaben Dr. Al-Lamkyvon Oman, H.E. Gokosoy Ayseli von der Türkei, Frau Nadina Sarhan von Ägypten und Frau Mirjana Abourahal von Libanon abschließende Worte. Geschenke wurden ausgetauscht und bei einer Schifffahrt am Bosporus fand die Konferenz einen stimmungsvollen Ausklang.

Frau Mirjana Abourhahal nahm die Funktion einer Vizepräsidentin der WFWP –International für den Mittleren Osten an und es wurde ihr ein Zertifikat von Prof. Lan Young Moon überreicht.

ZUSAMMENFASSUNG DER PRÄSENTATIONEN

Vier Hauptthemen wurden angesprochen:

  • Fortschritte im Status der Frau und deren Einsatz in der Gesellschaft

  • Interkultureller Austausch und Erziehung

  • Aktivitäten Von NGO´s und deren weltweite Vernetzung

  • Die Familie als Grundlage für den Frieden

Nadina P. Theodorou, eine griechische Zypriotin aus Süd –Zypern, schrieb einen Bericht mit dem Titel: "Fortschritte im Status der Frau in Zypern und deren Engagement in der Gesellschaft". Sie sprach über die Anstrengungen rechtlich und wirkliche Gleichberechtigung der Geschlechter in ihrem Land durch ein "Gender Management System", dass die Integration der Frauen und ihrer Belange in allen Entscheidungsebenen garantiert, zu erreichen.

Fatemeh Bozorgpour aus Iran betonte in ihrem Beitrag "Frauen, Frieden und kontinuierliche Entwicklung", dass nur durch Bildung und beruflicher Einbindung der Frauen in der Wirtschaft, es Frauen und Mädchen möglich wird, zu einer Kultur des Friedens bei zu tragen.. " Frauen sind immer sehr bestrebt friedliche Zusammenarbeit zwischen Geschlechtern Rassen und Nationen herbei zu führen, und ihre Mitarbeit auf der Managementebene wird zur Globalisierung dieser Bemühungen beitragen."

Fatemeh Bozorgpour, Iran
Chief Officer in International Affairs&Communications
Ladies Charitable Society

 

 

Azza Mroue,Lebanon
Vice President 
Lebanese League for Women's Rights

Azza Mrou, Vizepräsidentin der "League of Rights " der Libanesischen Frauen, sprach zum Thema: "Darstellung der Fortschritte der Situation der Frau und ihres Einsatzes für die Gesellschaft". Sie betonte, dass Frauen eine große Verantwortung im Beginnen eines Friedensprozesses zukommt. " Der Friede, nach dem wir streben, sollte auf internationalen Bestimmungen und Übereinkünften beruhen, und auf der Erklärung der Menschenrechte."

Mufida Tuebi aus Libyen brachte einen Vortrag zum Thema: " Die Libysche Frau und ihre Entscheidungsfähigkeit". Frau Tuebi versicherte, dass die Rechte der Frauen in Libyen durch die Konstitution der Libysch- Arabischen Gesellschaft, die auf den Koran aufbaut, garantiert seien. Der Koran sei sehr deutlich was die Rechte des Menschen im allgemeinen, und die Rechte der Frau im besonderen betrifft. Die Prinzipien einer islamischen Demokratie und eier Direkten Demokratie bieten einen weiteren Schutz für diese Rechte. Die Probleme, denen sich Frauen von heute gegenüber sehen, rühren aus der traditionellen soziologischen Kultur und einer negativen Einstellung sich selbst gegenüber.

Hedayet Kamal aus Ägypten sprach zu dem Thema: " Fortschritte im Status der Frauen und ihres Einflusses in der Gesellschaft". In ihrem Land begann der Fortschritt für die Frauen mit der Gründungscharter der vereinten Nationen zu CEDAW in den 1990ern. Auf Ägypten bezogen basieret der rechtliche Status der Frau auf den anerkannten Rechten im Koran und der Ägyptischen Konstitution. Ein "Nationales Council for Women "wurde im Jahr 2000 errichtet um den Frauen weiterhin Fortschritte zu sichern.

Frau Atallah- Soula Emnas Thema aus Tunesien war: "Die tolerante Kultur von Tunesien als Resultat des Dialoges unter den Religionen" Schon frühe Islamische Lehren setzen Frauen auf die gleiche Eben mit den Männern. Der Tunesische Code of Civil Status brachte Reformen für die Frauen aufgebaut auf die Lehre des Islam hervor.

Zum zweiten Thema gab es eine Präsentation: "Mentoring zum Erfolg: Unterstützung für Frauen um ihre Potentiale zu erkennen und Verwirklichen". Die CO- Vorsitzende Dr. Al-Lamky machte sich Mentoring für Frauen zum Anliegen, "da Frauen durch ihre Karrieren sich größeren organisatorischen, persönlichen und beziehungsbedingten Herausforderungen gegenüber sehen."

Im dritten Themenbereich gab es zwei Darbietungen: "Women NGO´s und deren Beitrag zur Stärkung der Frau in Nord –Zypern " von Canan Oztoprak, einer türkischen Zypriotin. Sie erklärte, dass durch den Einsatz von Frauen NGO´s es den Frauen in Nord-Zypern möglich wurde eine Plattform für Frauen zu bilden. Diese konnte Veränderungen im Familienrecht, der Frauenbeteiligung in der Politik, des Erbrechtes u.a. bewirken. Darüber hinaus wurde es Griechischen und Türkischen Frauen ermöglicht, gemeinsam Frauenangelegenheiten und ihren Beitrag zum Frieden zu diskutieren.

Nadia Sarhan, Generalsekretärin der "Rawdat Abou Ghaleb Society for Services" in Ägypten berichtete über : "Aktivität der NGO´s und ihr weltweites Netzwerk". Sie sprach von der Notwendigkeit der Hilfe für Frauen im ländlichen Ägypten. Sie erwähnte die Arbeit der Rawdat Abou Ghaleb Gesellschaft, die für wenig Geld medizinische Hilfe, Schulprogramme und Altersfürsorge zur Verfügung stellt.

Nadina Theodorou, Cyprus
Women's Movement for Peace

Im vierten Themenbereich, gab es 3 Beiträge: Laila Barakat, Vorsitzende der "New Women´s Society " in Kairo, Ägypten zum Thema: " Die Familie ist die Grundlage für den Frieden". Frau Barakat stellte fest "Wir müssen einen Frieden auf der Grundlage von Moral, Verständigung und Zusammenarbeit errichten!" " Moral, Verständigung und Zusammenarbeit haben ihre Grundlage in der Familie." Sie setzte fort: " Die Kraft Frieden zu schaffen braucht Mut: Mut das Hassen zu beenden, Mut mit der Vergangenheit zu brechen und den Mut sein Herz für Liebe zu öffnen."

Dr. Dalia Steiner aus Israel brachte einen Vortrag: Erziehung zum Frieden". Sie sprach über die Notwendigkeit eines neuen Typus der Führerschaft, der "Spirituell und praktisch" ist. Sie sprach von Gottes Liebe als der reinen Liebe, die alle Hindernisse des Lebens beseitigen hilft.. Sie schloss mit den Worten: " Lasst uns unsere Kinder zur Liebe erziehen und die Welt mit der bedingungslosen Liebe Gottes zu füllen."

Dr Amal Al-Zayani, Bahrain
Advisor and Counselor
Woman Uprising Society
Frau Mirjana Abourahal von Libanon erklärte Schließlich: "Die Familie ist der Ursprung für Frieden." "Wir Frauen haben es in der Hand eine bessere Gesellschaft zu errichten in der Friede Herrscht, denn wir sind diejenigen, die den Samen in unseren Kindern und Familien dafür säen können." " Unsere Kinder in Frieden und als Friedensstifter aufzuziehen kann nur geschehen, wenn wir selber Frieden in uns tragen. Wir können nicht ausgeben was wir nicht selber in uns tragen." " Es kann keinen Frieden ohne wahrhaftige Liebe geben. Liebe ist der Schlüssel zum Frieden."

RESÜMEE  DER KONFERENZ

  • Die Teilnehmerinnen an der Konferenz ließen ein überaus großes Anliegen für Frieden in ihrer Region des Mittleren Ostens sehr deutlich erkennen; Viele von ihnen hatten Verzweiflung und die zerstörerischen Folgen gewaltsamer Konflikte in ihren eigenen Familien erlebt.

  • Gespräche im Verlauf der Konferenz ließen es offenkundig werden, dass zahlreiche schier unüberbrückbare Unterschiede im Bereich der Schlüsselprobleme der Region herrschen. Mehrere Faktoren scheinen dafür verantwortlich zu sein – einer davon ist die Mangelnde Gelegenheit zu vertieften Austausch unter Frauen unterschiedlicher Herkunft und Nationalität. In diesem Punkt konnte die Konferenz ein zentrales Bedürfnis decken.

  • Wenn immer Frauen außerhalb ihrer Heimat, entfernt von ihrer täglichen Problematik zusammen kommen können, so wirkt dies äußerst begünstigend auf die Entwicklung von positiven Gesprächen und Freundschaften!

  • Die Konferenz hat auch den unterschiedlichen Zugang von Frauen auch in politisch sehr verhärteten Situationen gezeigt: Dieser schließt Qualitäten wie Empathie, das allumfassende Herz einer Mutter, das Sehen der Notwendigkeit von Erziehung, und eine große Bereitschaft Beziehungen auf zu bauen, mit ein.

  • Es zeigte sich, dass das Erleben von Krieg, z.B. im fernen Korea, wenig Unterschiede bietet zu den Erlebnissen der Menschen im Mittleren Osten. Das weist darauf hin, dass ein Denken in weitem Rahmen nötig ist, wenn es um die Bemühung zum Frieden geht.

  • Eine Analyse der Konferenzinhalte zeigte, dass es Bemühungen auf zweier Ebenen Bedarf: Einer äußeren und einer Inneren. Bemühungen auf der äußeren Ebene sind: Resolutionen, Gesetze Arbeitsbeschaffung, Gründung von Aktionskommittees und Organisationen. Bemühungen auf der inneren Ebene betreffen die Erziehung, Mentoring, Glaube Liebe und die beständige Suche nach Übereinstimmungen.

Aus: TRUE WOMEN, Vol.2, WFWP – Internat. Newsletter, 
ins Deutsche übersetzt von Renate Amesbauer

 

Mit Herz und Hand ist die Online Zeitschrift der 
Österreichischen Frauenföderation für Weltfrieden

Redaktion: Renate Amesbauer
Freie Mitarbeit: Mag. Maria Pammer, Ingrid Hauseder,  Therese Heitzinger,

 

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