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Die Situation der Frauen in Afghanistan 2001 GLOBAL PEACE ASSEMBLY
 

Eine kurze Einführung zur Lage Afghanistans

  Einleitung

Afghanistan ist mit einer Einwohnerzahl von ca. 25 Mio (1999) und einer Fläche von 65 225 km^2, (ca. 8 mal so groß wie Österreich). Afghanistan mit seiner glorreichen kulturellen Vergangenheit wird von der UNO als eines der ärmsten Länder der Welt bezeichnet. Die ca. 23 Jahre Krieg, Zerstörungen, Verwüstungen und Auseinandersetzungen haben dieses Land noch viel ärmer gemacht.

Seit dem Einmarsch der russischen Armee (27. Dez. 1979)  bis zum Abzug der Russen ( 15. Februar 1989 ) herrschte hauptsächlich ein Krieg zw. den Afghanischen Widerstandskämpfern und den russischen Invasoren.

Seit dem Abzug der sowjetischen Besatzungstruppen kam es in Afghanistan wegen Meinungsverschiedenheiten zwischen den einzelnen Mujaheddinführern über die Ausgestaltung des künftigen Staates im Lande zu Kämpfen.  Seit 1994 spielen die  „ Taliban“ ( Studenten der religiösen Schulen = Madrasas) eine entscheidende Rolle.  Die Taliban wurden nach ca. 6 Jahre diktatorischen Herrschaft durch die USA Bombardierung und den Einmarsch im Jahr 2001 beseitigt.

 I. Geographische Lage des Landes

Diese geographische Lage des Landes, das früher als „Drehscheibe Asiens“ fungierte, bringt durch seinen Ausschluss vom Meeresweg große Transportschwierigkeiten mit sich. Die meisten Flüsse sind noch dazu wegen ihres unausgeglichenen Gefälles, der starken Schwankungen des Wasserstandes und der geringen Fließgeschwindigkeit nicht schiffbar. Auf Grund dieser Gegebenheiten ist das Verkehrswesen, das in der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung eines Landes eine bedeutende Rolle spielt, zum Großteil auf den motorisierten Straßenverkehr beschränkt. Im allgemeinen herrschen in vielen Landschaften kleine Siedlungen vor. Die meisten kleinen dörflichen entlegenen Siedlungen sind überhaupt nicht oder sehr schlecht durch befahrbare Straßen mit einander oder mit großen Siedlung verbunden

Wirtschaft: Afghanistan hat die Struktur eines Agrarstaates. Landwirtschaft und Viehzucht ist  besonders wichtigen Teil der Wirtschaft.

Industrie ist in Afghanistan erst in Anfangsstadium vor dem Krieg hatte Bau- und Textil Industrie begonnen zu entwickeln. In diesen letzten 23 Jahren Krieg wurde der bescheidene Beginn der Industrialisierung, Landwirtschaft und Infrastruktur des Landes total zerstört. Man hofft aber durch die  Wiederaufbaupläne in diesen  und anderen Bereichen positiven Schritte für eine Entwicklung zu machen.

 II Geschichte und Gegenwartsprobleme des Landes .

Im 7.Jahrhundert kam es zur Islamisierung  Afghanistans.

Im 13. Jahrhundert kam es zur Zerstörung des Landes durch Tschingis Khan und seine Nachfolger wie z.B. Timur Leng (1336-1405)

Der Name Afghanistan tauchte in alten Geographie- und Geschichtsbüchern über das Land noch nicht auf, sondern es hat im Altertum die Namen Ariana, Paktia, Bachter (Baktrien), bei den moslemische Chronisten den Namen Khorasan .

Das 18. Jahrhundert  brachte wichtige Veränderungen mit sich.     

Im Jahr  1747 wurde die Fremdherrschaft  unter Ahmad Schah Abdali (1723-1773) beseitigt, daher  gilt  das Jahr 1747 als  Geburtsstunde des modernen Afghanistan. In kurzer Zeit wurden die Gebiete des heutigen Pakistan, Kaschmir, Belutschistan und Ostpersien zu Teilen Afghanistans. Die Nordgrenzen des Reiches waren  der Amu Derya (Oxus Fluss).    

Im 19. Jahrhundert stand Afghanistan  im Zeichen der englisch -  russischen Rivalität in Zentralasien und nahm die Funktion eines Pufferstaates ein und geriet dadurch in Isolation. So näherten sich  die Briten seit der Gründung der East-Company (31.12.1600) dem afghanischen Gebiet und nahmen auch Teile davon ein.

Im Jahre 1893 wurde eine Grenzziehung zwischen dem damaligen Indien und Afghanistan unter dem Namen Duran durchgeführt, die aber von Afghanistan nie anerkannt wurde, weil diese Grenze Stämme, Familien und zusammengewachsene Gebiete voneinander trennte.

20. Jahrhundert .Nach dem 3.( dritten) anglo-afghanischen Krieg   kam es  am 13. April 1919 zur  Erklärung der Unabhängigkeit unter König Amanullah (1919-1929).

Am 8. August 1919 wurde die Unabhängigkeit von GB anerkannt.

Am 17. Juli 1973 wurde der König Zaher Schah (1933-1973) während einer Europa- Reise durch einen Staatsstreich unter der Führung seines Neffen Mohammad Daud gestürzt und die Republik ausgerufen

Am 18. April 1978 wurde Mohammad Daud durch einen bewaffneten Aufstand der Armee unter der sog. volksdemokratischen Partei Afghanistans mit Hilfe der Russen gestürzt und ermordet.

Am 27. Dezember 1979 marschierten die Tausende russischen Soldaten mit schweren Waffen in Afghanistan ein

Am 15.2.1989 mussten  die Russen nach ca. 10-jähriger Invasion Afghanistan verlassen. Als Folge dieser Invasion blieben der Verlust von ca, 1 ½ Mill. Afghanen, 5 Millionen Flüchtlinge, die Zerstörung Afghanistans.

Als weiterer negativer Faktor sind auch die Zerschlagung der traditionellen Familienstruktur, der  Keim zu  Auseinandersetzungen zw. religiösen und nicht religiösen Gruppen, die starke ethnischen und sprachlichen Spannungen an zu sehen.

Am 25. 4 .1992 haben die Mudschaheddin  in Kabul und in vielen anderen Gebieten die Macht übernommen.

In dieser Zeit kam es  zwischen verschiedenen Mudschaheddin - Gruppen wegen Meinungsverschiedenheiten über die Ausgestaltung des künftigen Staates im Lande insbesonders in und um Kabul zu Kämpfen, wobei Kabul zwischen verschiedenen Gruppen geteilt und  völlig zerstört wurde.

Die Taliban-Bewegung, die im Jahre 1994 in Kandahar gegründet wurde, hat sich in kurzer Zeit in Süd- und Ost-Afghanistan  ausgebreitet.

Die Taliban haben die frühere Mudschaheddin als unfähige und plündernde Gruppen betrachtet und die Bevölkerung zum Widerstand gegen sie aufgerufen. Tausende folgten ihnen, so dass sie in kurzer  Zeit mehr als 80% zum Schluss ihrer Macht bis ca.95% des Landes besitzen.

Die Taliban waren hauptsächlich aus ländlichen Gebieten und religiösen Schulen (Madrassa ) rekrutiert gewesen.

Im städtischen Bereich waren die Menschen unter der  Herrschaft der Taliban meistens arbeitslos und sind zu Bettlern geworden. In den städtischen Bereichen haben besonders die Frauen mit den  Taliban  die größten Schwierigkeiten, da sie weder im Bereich des  öffentlichen Lebens arbeiten durften noch irgend welche Schulen und Weiterbildungsinstitutionen besuchen konnten.

In der letzten Zeit wuchs allgemein gegen die Taliban der Widerstand und die Unzufriedenheit der Bevölkerung, weil sie sehr diktatorisch regierten, weil sie die Menschenrechte, insbesonders  die Rechte der Frauen, missachteten.

Der endgültige Sturz der Taliban wurde durch das Geschehen vom 11. September 2001 beschleunigt. Die Amerikaner haben Beweise, dass Osama Ben Laden,  der  sich in Afghanistan gegen den Willen der Afghanen und des Großteils der Taliban aufhält, als Drahtzieher der Terroranschläge in New York (World Trade Center) und Washington  (Pentagon) zu betrachten ist, durch welche Tausende von unschuldigen Menschen ums Leben kamen.

Die Amerikaner haben die Taliban aufgefordert, Ben Laden auszuliefern, damit er der entsprechenden Bestrafung zugeführt werden könnte. Als ein Teil der Taliban  ein sicheres Beweismaterial für die Beteiligung von Ben Laden von den USA  forderten und die Auslieferung Ben Ladens mit Berufung auf das Asyl- und Gastrecht in Afghanistan verweigerte, haben die USA mit ihren Verbündeten (NATO) beschlossen, Afghanistan zu bombardieren (8. Oktober 2001).

Seit dieser Zeit wird Afghanistan dauernd von amerikanischen Flugzeugen bombardiert, insbesonders die Infrastruktur der Taliban und Al-Qaida dient als Zielscheibe. Obwohl das von Amerika deklarierte Ziel die Ausschaltung der Al-Qaida und Ben-Ladens ist, sind  Tausende unschuldige Menschen in den verschiedenen Teilen von Afghanistan ums Leben gekommen. Bei diesen Bombardements wurden  nicht nur die Infrastruktur der Taliban und  Al- Qaida zerstört, sondern auch Spitäler, Moscheen, Schulen und Lebensmittellager  des Roten Kreuzes. So ist das Ende des Taliban-Regimes durch den Einsatz der Amerikaner gekommen, aber innerhalb Afghanistans gibt es noch viel Konfliktstoffe zwischen den verschiedenen Gruppierungen. Die sogenannte Kriegslords sind noch  immer in  Afghanistan in der Macht.

Ein Hoffnungsschimmer liegt  aber in der Abschlusskonferenz vom 5. Dezember 2001 in Bonn, wo beschlossen wurde, dass eine Übergangsregierung für 6 Monate eingesetzt und durch die Friedenstruppen der Vereinten Nationen unterstützt wird. Diese Übergangsregierung agiert bereits und die Friedenstruppen. Nach 6 Monaten ist dem Plan entsprechend eine Loya Djirga (Große Ratsversammlung, d.h. bedeutende Persönlichkeiten aus allen ethnischen Gruppen und allen Teilen Afghanistans) berufen worden, die  eine provisorische Regierung für 2 Jahre unter Führung Hamed Karzai wählte. Innerhalb dieser 2 Jahre soll eine neue Verfassung, ein neues Wahlrecht von der Loya Djirga verabschiedet werden. Nach Ablauf dieser 2- jährigen provisorischen Regierung soll eine geheime Wahl im ganzen Land stattfinden, wodurch eine neue Regierung zustande kommen soll.

Die Schwierigkeiten, die  es nach dem Sturz der Taliban gibt, sind u.a. :

1)     Die früheren Kriegsherrn (Kriegslords ), die von 1992 - 1996 in Afghanistan herrschten und Kabul völlig  zerstört haben, sind durch die Hilfe der USA wieder  die Machthaber. Sie missbrauchen ihre Macht und unterdrücken  bzw. beseitigen die Unerwünschten und Gegner.

2)    Sie handeln gegen die Vereinbarung, die in Bonn getroffen wurde. So war z.B. vorgesehen, dass die Stadt Kabul demilitarisiert werden sollte und Soldaten zur Friedenssicherung stationiert werden  sollten. Das Gegenteil trat ein, nämlich, dass das Militär der Nordallianz in Kabul stationiert ist und Raubüberfälle und Diebstähle zugenommen haben. 

3)     Die Menschenrechte werden nicht geachtet. In Nordafghanistan z.B. werden Paschtunen und andere ethnische Gruppen überfallen und ihre Häuser geplündert. Leute, die Widerstand leisten, werden umgebracht. Dies bestätigen auch Menschenrechtsorganisationen, wie z.B. „Human Rights Watch“.

4)     Es wird öfters die Zivilbevölkerung durch die amerikanische Bombardierung vorwiegend in Südwest- und Ostafghanistan

5)     getötet, von der behauptet wird, es wären Taliban oder Al-Qaida Anhänger. Dadurch wird das Leid der Bevölkerung  verstärkt.

  

LEBENSLAUF  und Arbeitsbereiche

†Assadullah Baha,  geboren am 19. 11. 1949 in Wardak, Afghanistan,
verheiratet, eine Tochter.

Studium der Orientalistik, Psychologie, Philosophie, Politikwissenschaft und Pädagogik.
1978 Promotion zum Doktor der Philosophie (Pädagogik) ab.
1979-1980: Arbeit an der Dokumentationsstelle für Entwicklungsländer in der Österreichischen Kontrollbank
1980: Post-graduate-Studium „Lehrgang für Internationale Studien“ an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität 
          Wien mit Erlangung eines Diploms
1981-1986: Mitarbeiter bei der Österreichischen Bibliographie für Bildungswissenschaft 
1981- August 1998: Pädagogischer Betreuer bei den Wiener Sängerknaben
Seit 1989 Lektor am Institut für Erziehungswissenschaften der Universität Wien und im Institut für Vökerkunde an der 
         Universität Wien (mit Unterbrechung)
Derzeit keineVorlesung
Seit 1998 Lehrtätigkeit an einer AHS in Wien
Referent über die Politik und das Bildungswesen in Entwicklungsländern, speziell in islamischen Ländern.
Seit ca. 10 Jahre Gelegentliche Übersetzungstätigkeit

 Veröffentlichungen:
.) Erwachsenenbildung und Alphabetisierung in Entwicklungsländern, Wien 1990.
.) Erwachsenenbildung in Entwicklungsländern. Teil 1-3. In: UNESCO-Austria, Heft Nr. 1, März 1992. S.12-18.  Heft Nr. 2, Juni 1992, S. 14-20. Heft Nr. 3, Sept. 1992, S. 9-13.
.) Alphabetisierung und ihr Beitrag zur Demokratisierung zur Gesellschaft in Entwicklungsländern.  In: Die Österreichische Volkshochschule Mai 1992,
 S.7-12.
.) Stimme aus dem Süden ABC der Entwicklung. In: Südwind, März 1993.
.) Gegen den brain-drain in Entwicklungsländern. In: Österreichische Hochschulzeitung. Juli-August 1994.
.) Die Wiener Sängerknaben und ihr pädagogisches Umfeld. In: Musikerziehung. Februar 1995.
.) Lebenschance Bildung. In Südwind, November 1995.
.) Selbstbestimmung der Frau in den Entwicklungsländern. In: Österreichische Volkshochschule, Juni 1997.
.) Verschiedene Artikel über Bildungsproblematik in Zeitungen, wie Der Kurier, Die Presse, Die Salzburger Nachrichten und Der Standard.
Veröffenlichungen in Zeitungen und Zeitschriften in Paschto

Sprachkenntnisse:

Pachto (Afghanisch) als Mutter- und Bildungssprache
Dari (Persisch) und Deutsch als Bildungssprache 
Arabisch und Englisch  als Fremdsprache 

†Dr. Assadullah Baha 
 

 

Last edited 20.06.2010

Mit Herz und Hand ist die Online Zeitschrift der 
Österreichischen Frauenföderation für Weltfrieden

Redaktion: Renate Amesbauer
Freie Mitarbeit: Mag. Maria Pammer, Ingrid Hauseder,  Therese Heitzinger,

 

Die Österr. Frauenföderation für Weltfrieden (OEFF) (Z.V.R. 367192876) arbeitet als nicht-staatliche Organisation mit allgemein beratendem Status beim Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen,
ist ein Teil der Internationalen WFWP (NGO in general consultative status with the Economic and Social Council of the UN) www.herzundhand.at

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