FRAUEN
To the women in my life Das Heldentum arabischer Frauen in der Folklore
9. Oesterreichischer Journalistinnenkongress 2007

Beitrag  der Frauen zur Bildung der heutigen Gesellschaft

Internationalen Frauentag Frauenföderation International
Besinnliches Weihnachts Treff Frauenhoffnung für den Frieden
Die Chance der Geschichte Verschwesterung
Globalisierung und die Arabischen Frauen Die Rolle der Frau
Gleichberechtigung = Gleichbehandlung Empowering Women

FRAUENHOFFNUNG FÜR DEN FRIEDEN

Bericht über das Frauenseminar mit Verschwesterung
vom 5.- 9. Juni 1996 in Seebenstein, Österreich.

Dieses Seminar wurde möglich, durch die Zusammenarbeit der "Österreichischen Frauenföderation für Weltfrieden" und der "International Relief and Friendship Foundation" (IRFF), vertreten durch "Forum Ost" in Wien und "IRFF-Kroatien" in Zagreb. Die Idee zu diesem Seminar war, dass die Frauen als Mütter und Erzieherinnen ihrer Kinder, einen ganz wesentlichen Beitrag für den Frieden der Zukunft leisten sollten, und dabei unsere Unterstützung ein eminent wichtiger Beitrag sein kann; ins besondere in den Gebieten des ehemaligen Jugoslawiens, die durch den Bürgerkrieg nicht nur physischer Zerstörung ausgesetzt waren.

Dieses Seminar ist damit ein weiterer Höhepunkt in der Arbeit der "International Relief and Friendship Foundation" für Flüchtlinge und Vertriebene im ehemaligen Jugoslawien. Es schließt an bei Hilfslieferungen, Jugendseminaren und ist nicht zuletzt eine Weiterführung im Anschluss an die Religious Youth Service-Projekte in Kroatien.

Diesmal kamen 33 Frauen, 22 von ihnen waren Vertriebene aus verschiedenen Regionen Kroatiens, 8 waren Flüchtlinge aus Bosnien- Herzegowina und 3 kamen als Begleitung mit. Die meisten Frauen hatten im Kriegsgeschehen äußerst dramatische Erlebnisse überstanden und oft unmittelbare Gewalt an sich erlebt. Unsere Gäste nutzten reichlich die Gelegenheit für Spaziergänge und Entspannung in der Natur. Mit großem Interesse besuchten sie auch die angebotenen Vorträge .

Bereits am zweiten Seminartag kamen Mitglieder der Österreichischen Frauenföderation, die an der Verschwesterung teilnehmen wollten. So wurden 33 Paare per Los zusammengestellt. Den ganzen restlichen Tag war dann Zeit für persönliche Gespräche von Schwester zu Schwester - in der Natur und bei einem Ausflug nach Wiener Neustadt. Mit der Unterstützung einiger fleißiger Übersetzerinnen kam ein reger Austausch zustande, welcher etwas half, die drückende Last der unmittelbaren Vergangenheit abzulegen.

Den dritten Seminartag bildete ein Ausflug nach Wien, bei dem auch der Kindergarten "Omaya" besucht wurde. Das Herz der Kinder, das sie bei Aufführungen zum Ausdruck brachten und die selbstlose Initiative der Betreuerinnen bewegte unsere Gäste sehr.

Die Verschwesterungszeremonie am vierten Tag bot den Höhepunkt des Seminars. Nach den nationalen Hymnen und einer Festansprache des Grazer Theologen Prof. Josef Frickel, überschritten die Schwesternpaare die Brücke des Friedens. Es war eine sehr festliche Stimmung, die nicht einmal durch die Hitze des sonnigen Tages gestört werden konnte. An diesem Samstag kamen viele Gäste aus Wien und der weiteren Umgebung. Auch ein Kamerateam, das Aufnahmen für die nationale Fernsehanstalt ORF machte, war den ganzen Nachmittag in Seebenstein.

Den Abschluß des Seminars bildete am Sonntag ein Interreligiöser Gottesdienst. Dabei wurde das "Assembly ofthe World Religions" an Hand eines Videos von 1990 in Los Angeles und des Zeugnisses eines Teilnehmers, Prof. Frickel, sehr eindrucksvoll vermittelt. Bei einem gemeinsamen Gebet in einer Runde um den "Rock of Peace" sprachen Vertreterinnen der ver- schiedenen Nationalitäten ein Gebet in ihrer Sprache.

Um die Freude zu vergrößern, brachte IRFF gesammelte Kinderspielzeuge zur Verteilung . So fanden die Frauen Geschenke für ihre Lieben, die auf ihre Rückkehr warteten. Alle Teilnehmerinnen brachten ihre Sehnsucht zum Ausdruck, die Gründungsidee von IRFF und WFWP auch in ihrem Land zu unterstützen und die neu entstandenen Beziehungen weiterzuführen.

Eckhart und Maria Riehl

Und nun zu anderen europäischen Schwesternschaftsprojekten, die im selben Halbjahr stattgefunden haben:

Schwesternschaft zwischen Deutschland und Polen

Die Schwesternschaftszeremonie wurde am 16. März d. J. in Berlin abgehalten. Da es eine der ersten Verschwesterungen war, die in Deutschland stattfanden, hatten wir noch keine Erfahrung damit und auch unsere finanziellen Reserven waren begrenzt. Aber mit der Unterstützung Gottes, so glaube ich, konnten wir allen Teilnehmern eine tiefe Erfahrung vermitteln.

Während des Treffens wurde mir bewusst, wie sehr wir unsere japanischen Schwestern brauchen. Ohne sie hätten wir das Ereignis nie organisieren können. Zwei Wochen lang arbeiteten sie jeden Tag viele Stunden lang und erledigten viel an Vorbereitungsarbeit trotz ihrer Sprachprobleme. Ich möchte auch meinen Dank gegenüber Frau Rita Seewald aussprechen, die viel Zeit und Geld in dieses Projekt investiert hat, obwohl sie selber vier Kinder hat.

Ein Tag vor dem Treffen, spät am Abend, kamen die polnischen Schwestern in Berlin an. Am Samstag Morgen unternahm Bernd Flieger mit ihnen eine Besichtigungs- Tour, die sie sehr genossen.

Nach einem herrlichen Mittagessen trafen wir uns am Nachmittag zum Beginn der Zeremonie. Die Schwesternpaare waren bereits durch das Ziehen von Lose entschieden worden. Nur acht von 50 Paaren wurden im Voraus entschieden. Frau Rita Seewald, Präsidentin der Frauenföderation für Weltfrieden in Deutschland und Frau Barbara Mazur, Präsidentin der Frauenföderation für Weltfrieden in Polen hießen die Teilnehmer recht herzlich willkommen. Gastsprecher waren Professor Eva Cytowska und Frau Dr. Edda Hanisch.

Nach dieser Einleitung fand die eigentliche Schwesternschaftszeremonie statt, was für uns alle ein tiefes, ergreifendes Erlebnis war. Meine Schwester ist eine junge Medizinstudentin. Während wir uns begrüßten und uns in Englisch unterhielten, musste ich sehr stark an meine beiden Onkel denken, die im Zweiten Weltkrieg gefallen sind. Beiden hatten in Polen gekämpft und ich kann mir vorstellen, dass sie für den Tod von einigen polnischen Menschen verantwortlich sind. Zum ersten Mal wurde mir ganz tief in meinem Herzen bewusst, dass auch meine Familie Schuld am Leiden anderer Menschen hat und dass ich die Verantwortung dafür übernehmen muss, diese Fehler geistig und physisch wiederherzustellen.

Nach der Zeremonie blieben die Teilnehmer noch lange beisammen. Viele werden regelmäßigen Kontakt miteinander haben und dadurch einen Anfang machen, die tragische Vergangenheit im Herzen und in den Taten zwischen Deutschland und Polen zu heilen. Für den Oktober planen wir mit Hoffnung und Erwartung, unsere Schwestern in Polen zu besuchen.

Irmi Ingwersen

Kurznotiz aus der Schweiz

Die Schweizer Frauenföderation lud zwischen dem 24. und 31. März d. J. zu einer Schweizerisch - Russischen Frauenkonferenz nach Zürich ein.

Während der Konferenz wurden folgende Themen diskutiert

Frauen in der Schweiz - Ihre Rechte und ihre Grenzen

Der Beitrag der Frauen in der heutigen Gesellschaft

Die Situation der Frauen im heutigen Iran

Herzenserziehung

Das Bildungssystem in Russland

Die russischen Teilnehmer wohnten bei ihren Schweizer Gastgeberinnen. Alle Teilnehmer genossen das reichhaltige Kulturprogramm .

GASTFREUNSCHAFT auf RUSSISCH

Vom 25. Mai bis 2. Juni fand in Moskau und St. Petersburg eine Verschwesterungszeremonie statt, von der uns hier anschließend Frau Rita Seewald, Präsidentin der Frauen Föderation für Weltfrieden e. V. Deutschland, berichtet:

Unsere russischen Gastgeberinnen scheuten keine Mühe, uns Moskaus und St. Petersburgs Schätze zu zeigen. Wir sahen den Kreml, zwei berühmte Klöster, den Roten Platz - der eigentlich Schöner Platz heißt und nur falsch übersetzt wurde -, Kirchen, die Eremitage (Winterpalast) -ein Traum an Baukunst, Innenarchitektur und Kunstschatzsammlungen. Mit einem alten Kutter tuckerten wir hinaus über den finnischen Meerbusen zur Sommerresidenz der Zaren, wo wie an jedem I. Juni ein Fest zur Eröffnung der Brunnen (Beginn der Sommersaison) gefeiert wurde.

st. Petersburg hinterließ in uns den Eindruck von einstigem großen Reichtum, voll mit Sehens-

würdigkeiten, sehr europäisch und doch auch wieder nicht. Sehr verschieden von Moskau, das wir als riesengroß und gefährlich für Fußgänger erlebten. Wir wohnten bei Gastfamilien, wodurch wir einen Einblick in die russische Gesellschaft erhielten und auch typische Speisen und Lebensstil kennen lernen konnten .

Die tiefste Begegnung war jedoch die mit unserer russischen "Schwester". Die Schwesternschaftszeremonie war sehr feierlich und sehr professionell gestaltet im Moskauer Kindertheater (bekannt auch durch den Auftritt der Little Angels und dem Zusammentreffen mit Raisa Gorbatschov). Ich fühlte mich wirklich wie eine Repräsentantin Deutschlands in dem Moment, als ich über die Friedensbrücke ging und meine Schwester in die Arme nahm. Wir möchten auch in Zukunft diese Verbindung persönlicher Freundschaft aufrechterhalten. Freunde sind in der Lage, auch schwierige Probleme in guter Atmosphäre zu lösen.

Für uns alle wird unsere Russlandreise ein unvergessliches Erlebnis bleiben. In St. Petersburg:

Ca. 100 Gäste, hauptsächlich aus dem Bereich der Bildung und Sozialarbeit, kamen zu einem eintägigen Seminar zum Thema "Familie". Sprecher waren die Leiterin der städtischen Sozialstation, drei Professoren und Leiter von Instituten, die Leiterin der Frauenföderation für Weltfrieden in Russland und ich in Vertretung von Siegfried Klammsteiner, dessen Vortrag über die geschichtliche Entwicklung der Familie ich vorlas. Wir wurden sehr gut aufgenommen. Es gab ein Bankett und Geschenke für jeden.

Rita Seewald

SCHWESTERN DES FRIEDENS

Auszug eines Berichts von Frau Linda Brann, Präsidentin der Frauenföderation für Weltfrieden in Großbritannien

Unsere, historisch gesehen, erste "Schwestern des Friedens" - Zeremonie zwischen Irland und England wurde am 20. April d. J. im London Embassy Hotel, Bayswater Road, London abgehalten.

Speziell durch die neuerlichen Bombenlegungen in London fühlten wir geistig, dass diese Zeremonie sehr wichtig sein wird. Wir wollten die irischen Schwestern und deren Gäste zu diesem ersten Treffen einladen, weil wir ihnen wenigstens irgendwie zeigen wollten, dass uns all das Leid, was an Irland begangen wurde, leit tut und dass wir uns durch diese kleine symbolische Geste verantwortlich zeigen.

Wir begannen durch Gebete Grundlagen zu legen; besonders die Schwestern von den beiden betroffenen Ländern. Auch machten wir Pläne, wie wir das Ereignis finanzieren und gestalten werden.

Wir entschieden uns für eine Teejause am Nachmittag, wo alle Teilnehmer sich einfanden, um dann um 4.00 Uhr der Eröffnung des Ereignisses beizuwohnen. Louise Rawlence und Christ Davis sangen "Liebe kann eine Brücke bilden". Danach grüßten die beiden Präsidentinnen der Frauenföderation von England und Irland, Frau Linda Brann und Frau Muriel Malloy.

Eine der Sprecher bzw. Sprecherinnen war eine katholische Nonne, die aktiv bei interreligiösen Aktivitäten in London mitarbeitet.

Worte aus Belfast von Martin Maloney wurden von Marion Corley vorgetragen und zum Schluss sprach Barbara Zaccarelli für Großbritannien. Dazwischen sangen Christ und Louise ein Lied, welches er selbst geschrieben hat und das vom Leiden und Blutvergießen in Nordirland handelt.

Danach wurde die "Brückenzeremonie" abgehalten. Eine kleine Brücke war aufgebaut und mit Rosen und Kleeblumen dekoriert worden. Die Brücke symbolisiert die Verbindung unserer zwei Nationen. Jede Dame trug ein Sträußchen aus Rosen und Kleeblumen und ein Abzeichen (je nach Herkunft: Klee für Irland oder eine Rose für England).

Nach dem Frau Malloy und ich den Anfang machten, gingen alle anderen Paare auch über die Brücke, begrüßten sich und tauschten ihre Anstecknadeln aus als Andenken an die neue Verbindung. Diese Erfahrung war einfach aber sehr bewegend für uns alle.

Ein wunderschön arrangiertes Buffett wartete in einem Restaurant auf uns, von dem aus wir Kensington Gardens überblicken konnten. Alle genossen das Essen in entspannter Atmosphäre.

Das Abendprogramm wurde aus unserem Bekanntenkreis bestritten: Peter Graham, Marva Sobambi, Louise Rawlence spielten moderne Musik. Kinder der Familie Hamish Robertson spielten auf dem Dudelsack schottische Lieder und tanzten dazu. Und Tom Pritty und ein Fiedler gaben irische Tanzmusik, sowie das Lied "Danny Boy" gesungen von Kyungja Hanna und Tom Pritty. Es wurde viel irische Musik gespielt und zum Schluss tanzten fast alle mit. Dazwischen wurde ein großer Kuchen angeschnitten und mit Erfrischungen verteilt.

Insgesamt waren 120 Teilnehmer und geladene Gäste da. 30 Paare wurden verschwestert. Wir hatten zwar mehr erhofft, aber wir waren mit der Ernsthaftigkeit aller Teilnehmer sehr glücklich.

Es war ein wunderbares und positives Ereignis und wir wollen in Zukunft mehr in dieser Richtung tun.

Ungarisch-Slowakisches Treffen

Am 29. und 30. Juni d. J. fand im Hotel Duna Palota, Budapest,

Ungarn eine Verschwesterung mit 46 Paaren und ca. 100 Gästen statt.

Das ungarische Parlament scheint viel Interesse an der Meinung der Frauen zu haben. Jedenfalls wurden von offizieller Seite 12 Repräsentantinnen von ungarischen Frauenorganisationen geschickt, ja sogar das ungarische Fernsehen zeigte großes Interesse an diesem Ereignis. Sie wissen, dass das Minderheitenproblem ein aktuelles Thema in beiden Ländern ist und deshalb auch beide Länder an einer Lösung interessiert sind .

Sprecher waren Frau Elisabeth Cook, Präsidentin der ungarischen Frauenföderation, Ester Calovkova, Präsidentin der slowakischen Frauenföderation, Dr. Eva Kozma, Lehrerin und Dr. Julianna Örzi, Therapeutin, Familiensoziologin.

Frau Kozma erinnerte sich in ihrer Rede daran, dass in ihrer Jugend bei den Großeltern das abendliche Vaterunser in beiden Sprachen gebetet wurde. Leider ist diese Tradition verlorengegangen und deshalb braucht die jetzige Generation einen Dolmetscher, um sich zu verständigen. Am Abend erfreuten sich die "neuen Schwestern II an einem sehr herzli- chen Kulturprogramm, wo Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren ungarische Volkstänze präsentierten. Das rührte die Zuschauer so, dass fast jeder Freudentränen in den Augen hatte. Zwischen den Frauen herrschte eine heitere Stimmung. Vielleicht auch deshalb, weil auf der Ungarisch- Slowakischen Beziehung eigentlich keine so hohe historische Belastungen liegen.

Dr. Maria Riehl

Ernste und ehrliche Bemühung

Da ist das Verhältnis Deutschland- Tschechien schon wesentlich schwieriger und so gestaltete sich auch das Treffen in Tschechien am 22. und 23. Juni d. J. zwischen beiden Ländern. Es kamen dennoch 46 Schwestern-Paare zusammen. Die Atmosphäre war sehr ernst. Aber ich glaube, dieser Ernst zeugt von dem echten Bemühen, zwischen Tschechien und Deutschland eine schwesterliche Freundschaft aufzubauen.

Die Aufgabe des Menschen ist ; nicht, ein Ziel zu erreichen, , sondern einen Zweck zu erfüllen.

Er soll nicht vollenden, sondern vollendet werden.

Charles E. Stanton

 

Mit Herz und Hand ist die Online Zeitschrift der 
Österreichischen Frauenföderation für Weltfrieden

Redaktion: Renate Amesbauer
Freie Mitarbeit: Mag. Maria Pammer, Ingrid Hauseder,  Therese Heitzinger,

 

Die Österr. Frauenföderation für Weltfrieden (OEFF) (Z.V.R. 367192876) arbeitet als nicht-staatliche Organisation mit allgemein beratendem Status beim Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen,
ist ein Teil der Internationalen WFWP (NGO in general consultative status with the Economic and Social Council of the UN) www.herzundhand.at

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