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Die "Gesellschaft für bedrohte Völker"

stellt sich und ihre Arbeit vor;
Im Rahmen einer Veranstaltung der Österr. Frauenföderation f. Weltfrieden. in Wien, Herrengasse

 

In berührender Weise schilderte Herr Dr. Hans Bogenreiter den Einsatz der GfbV. am Beispiel von Indianerstämmen in Ecuador, unterstützt von einem Video:

Eine häufige Realität: Ein Riesenkonzern plant einen Vorstoß in die "Wildnis" um - für die Zivilisation wertvolle Rohstoffe - zu gewinnen. Diese "Wildnis" aber ist Lebensraum für ein Naturvolk, wie wir es nennen; Menschen leben hier, in enger Vertrautheit mit der sie umgebenden "Wildnis", die für sie ihr Lebensraum ist. Jede Pflanze, jedes Tier ist Bestandteil einer lebenserhaltenden Umwelt.

Die Menschen leben hier seit Jahrhunderten, aber niemand scheint ihnen das Wohnrecht an zu erkennen; der eigene Staat, interessiert an Investitionen aus dem Ausland, sieht in einem etwaigen Wiederstand dieser Menschen nur eine Behinderung für den "Fortschritt" des ganzen Landes.

Es mögen vielleicht "nur ein paar Duzend Menschen" sein, die dort leben, wo plötzlich Bäume abgeholzt werden um eine Strasse zu bauen und in nächster Zukunft mit Probebohrungen zu beginnen; Öl fließt über, Gewässer werden durch die Ölpest verseucht......

"Der Urwald ist ja so groß, der verkraftet das schon.." denken die Leiter der Konzerne.

Aber für die Menschen dort sind es ihre Bäume, Ihre Fische in den Gewässern, ihre Nahrung und ihr zu Hause!!!
Diese Menschen sind nicht dumm! Sie lernen sich mit friedlichen Mitteln zur Wehr zu setzen, auf sich und ihre Situation aufmerksam zu machen, und werden in diesen Anstrengungen von GfbV unterstützt. So kommt ihr Schicksal - und das Vieler Anderer an die Weltöffentlichkeit, und Konzerne, auch wenn sie groß und "mächtig" sind, müssen ihre Handlungsweise überdenken...

Was mir als Zuhörerin dieses Vortrages durch den Kopf ging, außer Betroffenheit, war, dass es mir hier hauptsächlich um ein Problem der Kommunikation ging, des Miteinander Redens oder eben Nicht Miteinander Reden: Menschen, die in der "Zivilisation" aufgewachsen. sind, glauben zu wissen was die "Menschen der Wildnis" brauchen um glücklich zu sein; dabei vergessen sie völlig, diese zu fragen, wie unglücklich sie sich wirklich fühlen!

Tsamaraint Naychap
Botschafter der Shuar in Equador


Indianer des Stammes der Shuar
Die Shuar waren die ersten Indianer, die sich in Südamerika (Ecuador ) zusammengeschlossen haben um sich gegen das Eindringen der Erdöl- und Holzgesellschaften zur Wehr zu setzen.

Ich bin überzeugt, dass - wenn man sich diese Zeit zum Reden nimmt - man tatsächlich zu für alle Teile befriedigenden Lösungen kommen würde (oder wird)!

Und es würde sich ein interessanter Nebeneffekt einstellen - man könnte voneinander lernen: Diese Menschen haben eine Beziehung zur Natur, von der wir Westlichen, Zivilisierten, nur träumen können, und auch vermehrt wieder zu träumen beginnen. Sie wissen von jeder Pflanze, von jedem Blatt eines Baumes wozu es gut ist, ob man es essen kann, damit heilen kann, etc.In Anbetracht der uns einfach erscheinenden Lebensweise, die diese Menschen aber scheinbar nicht unglücklich macht, würde sich so mancher die Frage stellen, ob wirklich alle unsere "Errungenschaften" Fortschritte sind, oder ob es sich manchmal nicht schon um Rückschritte handelt, weil wir uns von der Natur schon zu weit entfernt haben.
Bericht von Renate Amesbauer

Kurzes Portrait von Tsamaraint Naychap

Er ist am 11.05.1970 in Equador geboren, ist Angehöriger der Shuar. Universitätsstudien: Rechtswissenschaften (2 Jahre), Anthropologie (4 Jahre). Die Studien konnten aus finanziellen Gründen nicht abgeschlossen werden. Weiterbildungen: Kurse für Umweltschutz. Präsident der Organisation ARUTAM MURA (Kultureller Austausch, Erhaltung der Shuar-Kultur und des tropischen Regenwaldes). Touristenfiihrer im tropischen Regenwald. Engagierter Aktivist gegen die Ausbeutung und Zerstörung der Arnazonasurwal- des. Sänger und Musiker in der Gruppe Arutrna Uchiri (Träger von versch. Preisen). Maler von traditionellen Themen aus der Shuar Mythologie. Wurde von seiner Gemeinschaft zum Botschafter gewählt.

 

Gesellschaft für bedrohte Völker:
http://www.gfbv.at

Mit Herz und Hand ist die Online Zeitschrift der 
Österreichischen Frauenföderation für Weltfrieden

Redaktion: Renate Amesbauer
Freie Mitarbeit: Mag. Maria Pammer, Ingrid Hauseder,  Therese Heitzinger,

 

Die Österr. Frauenföderation für Weltfrieden (OEFF) (Z.V.R. 367192876) arbeitet als nicht-staatliche Organisation mit allgemein beratendem Status beim Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen,
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