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GLOBALISIERUNG UND DIE ARABISCHEN FRAUEN
Frau Mag. Mary ATTIA
(Präsidentin des Vereines für ägyptische Frauen und Familien)
Frau Mag.
Attia beschreibt Globalisierung als einen neuen Terminus, der verschiedene
Phänomene zusammenfasst: Zum Beispiel existieren verschiedene Systeme schon
lange Zeit, aber erst jetzt scheinen sie ihre "Früchte" zu zeigen.
Wirtschaftlich
gesehen ist die ganze Welt ein Markt geworden und die Markenzeichen der
Moderne gibt es überall, wie z.B. Handys, Computer, Internet, Fernsehen, um
nur eineige zu nennen. Weltweit entwickeln sich rasch neue Technologien, und
einhergehend mit der Tatsache, dass nichts mehr "weit voneinander entfernt"
ist, haben sie überall hin ihre Wirkung.
Des weiteren
beschreibt Frua Attia die Situation ihres Heimatlandes Ägypten, das sie zwar
vor 27 Jahren verlassen hatte und in Österreich hängen blieb; dennoch aber
handelt es sich um ihre Heimat. Sie erzählt von einem Zwang zu kaufen was
angeboten wird: Die Industrie bestimmt was produziert wird und wir müssen
das kaufen.
"Ich finde
nicht mehr das Ägypten, das ich verlassen habe, es ist eine andere Welt
geworden..."
Die
Globalisierung bringt jeglichen Fortschritt, jede Art von Veränderung auch
ins eigene Land. Die Wirtschaft bestimmt das Geschehen; dis führt zum
Konflikt mit der Kultur eines Landes.
Es entsteht
eine Art Weltregierung, ein Weltgewissen.
Vieles ist
dadurch gefährdet, nicht nur arabische Frauen. Sie kann zu einem Verlust der
Identität. Führen. Die Gewinner sind die Starken; die Schwachen verlieren.
So wird der Unterschied nur noch größer:
Viele haben
Angst vor den Folgen für die Zukunft: Die Ungleichheit nimmt zu Die Reformen
einzelner werden verhindert.
In Afrika sei
die Entwicklung nachläufig, d.h. die Armut nimmt zu.
Für wen stellt
Globalisierung eine Chance dar: Z.B. für Pornographie, denn manchen ist
jedes Mittel recht um Geld zu machen.
In Ägypten ist
die Eigenproduktion beinahe untergegangen; alles wird von den USA importiert
(an Stelle Unterstützung für eigene Landwirtschaft – Bewässerung ... zu
geben); die Werbung wird übersetzt und damit fremde Kultur importiert. Die
Menschen werden der eigenen Kultur entfremdet- für sie bedeutet
Globalisierung = Amerikanisierung.
Ägypten fühlt
sich mit Europa verbunden, da von dort immer ein Austausch durch
Schriftsteller, Philosophen, Künstlern etc. bestand. Aber auch Europa läuft
Gefahr in die "Globalisierungsfalle" zu tappen, so die Sprecherin.
Kultur und
Sprache drohen ganz schnell zu verschwinden: Sogar die Jugend des Landes
kann sich in Arabisch oft nicht mehr ausdrücken, denn sogar arme Eltern
sparen um ihren Kindern das Erlernen der englischen Sprache zu ermöglichen,
da sie ohne dieser kaum eine Chance im Berufsleben haben.
Es wird die
westliche Kultur kopiert; Saatgut für Getreide und Gemüse eingeführt (aus
USA), ebenso Kleidung, obwohl Ägypten vormals eine reiche Baumwollproduktion
hatte.
Die Frauen
kleiden sich einerseits ganz verschleiert, andere wieder völlig im
westlichen Stil.
Frau Mag.
Attia bedauert auch zutiefst eine starke Veränderung in den muslimisch-
christlichen Beziehungen: Vor 1972 hatten die Angehörigen beide Religionen
freundschaftliche Beziehungen – es gab keine Probleme; ob Christ oder Moslem
spielte keine Rolle. Jeder respektierte die religiösen Gewohnheiten des
anderen, die Feiertage beider wurden eingehalten und im Berufsleben beachtet
(Sonntag war Feiertag der Christen und Freitag der der Muslime.) Man
benutzte die gleiche Kleidung; an den Universitäten war man vornehmlich
westlich gekleidet... Man war miteinander befreundet.
Seit 1972, mit
Beginn der Unterstützung von Seiten der USA hat der Islamismus einen
Aufschwung erlebt, der zu islamischem Extremismus geführt hat und plötzlich
ist diese friedliche Beziehung gestört: An den Universitäten werden die
Studenten aufgefordert sich in den weißen langen Gewändern nach islamischer
Tradition zu kleiden. Sie geraten sonst in Schwierigkeiten und haben mit
Diskriminierungen zu rechnen (Prüfungstermine an christlichen Feiertagen wie
Weihnachten, etc....) Auch in der übrigen Gesellschaft bekommen es Christen
zu spüren, dass sie als Zweitrangige gelten....
Zudem bedeutet
die starke Abhängigkeit von den USA, dass sie auch politisch nicht gänzlich
frei handeln können.
In der
folgenden Diskussion wurde Frau Attia gefragt nach den Kräften, die zu einer
"Gesundung " dieses von ihr als eher "triest" dargestellten Zustandes
beitragen könnten; sie vermeint zur Zeit keine Hoffnung zu haben. Es wurde
darauf hingewiesen, dass letztlich jede Familie wiederum die Aufgabe hätte
ihren Kindern eine Einstellung der Fairness, Toleranz, usw.
beizubringen....... |