FRAUEN
To the women in my life Das Heldentum arabischer Frauen in der Folklore
9. Oesterreichischer Journalistinnenkongress 2007

Beitrag  der Frauen zur Bildung der heutigen Gesellschaft

Internationalen Frauentag Frauenföderation International
Besinnliches Weihnachts Treff Frauenhoffnung für den Frieden
Die Chance der Geschichte Verschwesterung
Globalisierung und die Arabischen Frauen Die Rolle der Frau
Gleichberechtigung = Gleichbehandlung Empowering Women
   

GLOBALISIERUNG UND DIE ARABISCHEN FRAUEN

Frau Mag. Mary ATTIA
(Präsidentin des Vereines für ägyptische Frauen und Familien)

Frau Mag. Attia beschreibt Globalisierung als einen neuen Terminus, der verschiedene Phänomene zusammenfasst: Zum Beispiel existieren verschiedene Systeme schon lange Zeit, aber erst jetzt scheinen sie ihre "Früchte" zu zeigen.

Wirtschaftlich gesehen ist die ganze Welt ein Markt geworden und die Markenzeichen der Moderne gibt es überall, wie z.B. Handys, Computer, Internet, Fernsehen, um nur eineige zu nennen. Weltweit entwickeln sich rasch neue Technologien, und einhergehend mit der Tatsache, dass nichts mehr "weit voneinander entfernt" ist, haben sie überall hin ihre Wirkung.

Des weiteren beschreibt Frua Attia die Situation ihres Heimatlandes Ägypten, das sie zwar vor 27 Jahren verlassen hatte und in Österreich hängen blieb; dennoch aber handelt es sich um ihre Heimat. Sie erzählt von einem Zwang zu kaufen was angeboten wird: Die Industrie bestimmt was produziert wird und wir müssen das kaufen.

"Ich finde nicht mehr das Ägypten, das ich verlassen habe, es ist eine andere Welt geworden..."

Die Globalisierung bringt jeglichen Fortschritt, jede Art von Veränderung auch ins eigene Land. Die Wirtschaft bestimmt das Geschehen; dis führt zum Konflikt mit der Kultur eines Landes.

Es entsteht eine Art Weltregierung, ein Weltgewissen.

Vieles ist dadurch gefährdet, nicht nur arabische Frauen. Sie kann zu einem Verlust der Identität. Führen. Die Gewinner sind die Starken; die Schwachen verlieren. So wird der Unterschied nur noch größer:

Viele haben Angst vor den Folgen für die Zukunft: Die Ungleichheit nimmt zu Die Reformen einzelner werden verhindert.

In Afrika sei die Entwicklung nachläufig, d.h. die Armut nimmt zu.

Für wen stellt Globalisierung eine Chance dar: Z.B. für Pornographie, denn manchen ist jedes Mittel recht um Geld zu machen.

In Ägypten ist die Eigenproduktion beinahe untergegangen; alles wird von den USA importiert (an Stelle Unterstützung für eigene Landwirtschaft – Bewässerung ... zu geben); die Werbung wird übersetzt und damit fremde Kultur importiert. Die Menschen werden der eigenen Kultur entfremdet- für sie bedeutet Globalisierung = Amerikanisierung.

Ägypten fühlt sich mit Europa verbunden, da von dort immer ein Austausch durch Schriftsteller, Philosophen, Künstlern etc. bestand. Aber auch Europa läuft Gefahr in die "Globalisierungsfalle" zu tappen, so die Sprecherin.

Kultur und Sprache drohen ganz schnell zu verschwinden: Sogar die Jugend des Landes kann sich in Arabisch oft nicht mehr ausdrücken, denn sogar arme Eltern sparen um ihren Kindern das Erlernen der englischen Sprache zu ermöglichen, da sie ohne dieser kaum eine Chance im Berufsleben haben.

Es wird die westliche Kultur kopiert; Saatgut für Getreide und Gemüse eingeführt (aus USA), ebenso Kleidung, obwohl Ägypten vormals eine reiche Baumwollproduktion hatte.

Die Frauen kleiden sich einerseits ganz verschleiert, andere wieder  völlig im westlichen Stil.

Frau Mag. Attia bedauert auch zutiefst eine starke Veränderung in den muslimisch- christlichen Beziehungen: Vor 1972 hatten die Angehörigen beide Religionen freundschaftliche Beziehungen – es gab keine Probleme; ob Christ oder Moslem spielte keine Rolle. Jeder respektierte die religiösen Gewohnheiten des anderen, die Feiertage beider wurden eingehalten und im Berufsleben beachtet (Sonntag war Feiertag der Christen und Freitag der der Muslime.) Man benutzte die gleiche Kleidung; an den Universitäten war man vornehmlich westlich gekleidet... Man war miteinander befreundet.

Seit 1972, mit Beginn der Unterstützung von Seiten der USA hat der Islamismus einen Aufschwung erlebt, der zu islamischem Extremismus geführt hat und plötzlich ist diese friedliche Beziehung gestört: An den Universitäten werden die Studenten aufgefordert sich in den weißen langen Gewändern nach islamischer Tradition zu kleiden. Sie geraten sonst in Schwierigkeiten und haben mit Diskriminierungen zu rechnen (Prüfungstermine an christlichen Feiertagen wie Weihnachten, etc....) Auch in der übrigen Gesellschaft bekommen es Christen zu spüren, dass sie als Zweitrangige gelten....

Zudem bedeutet die starke Abhängigkeit von den USA, dass sie auch politisch nicht gänzlich frei handeln können.

In der folgenden Diskussion wurde Frau Attia gefragt nach den Kräften, die zu einer "Gesundung " dieses von ihr als eher "triest" dargestellten Zustandes beitragen könnten; sie vermeint zur Zeit keine Hoffnung zu haben. Es wurde darauf hingewiesen, dass letztlich jede Familie wiederum die Aufgabe hätte ihren Kindern eine Einstellung der Fairness, Toleranz, usw. beizubringen.......

 
 

(Aus Notizen niedergeschrieben von Renate Amesbauer)

 

Mit Herz und Hand ist die Online Zeitschrift der 
Österreichischen Frauenföderation für Weltfrieden

Redaktion: Renate Amesbauer
Freie Mitarbeit: Mag. Maria Pammer, Ingrid Hauseder,  Therese Heitzinger,

 

Die Österr. Frauenföderation für Weltfrieden (OEFF) (Z.V.R. 367192876) arbeitet als nicht-staatliche Organisation mit allgemein beratendem Status beim Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen,
ist ein Teil der Internationalen WFWP (NGO in general consultative status with the Economic and Social Council of the UN) www.herzundhand.at

The Women's Federation for World Peace - Austria (WFWP-Austria) is registered in Austria as a not for profit organisation (Die Österr. Frauenföderation für Weltfrieden) with registration number: Z.V.R. 367192876. WFWP-Austria is the Austrian local chapter of WFWPI an NGO in general consultative status with the Economic and Social Council of the UN and in association with UN Department of Public Information. www.wfwp.org

Kontaktadressen  Newsletter