Ronald Bayer, Ph.D. der Columbia Universitätsschule für Öffentliche
Gesundheit gab in "New England Journal of Medicine" ein
bemerkenswertes Statement:
"Sexualethik ist nicht eine moralistische Abnormität, sondern es handelt
sich hier um das Herz der AIDS–Prävention."(6.Juni1996, NEJM).
Dies sollte für viele Autoritäten in der AIDS -Prävention einen Schock
bedeuten, die nach wie vor als einzige Möglichkeit des Schutzes den
"sichereren Sex " nennen (die Verwendung von Kondomen) und den Käufer
über das wahre Risiko in Unwissenheit lassen.
Patricia Illingworth der Northeastern University
argumentiert z.B.: Ob jemand seinen HIV –Status bekannt gibt hängt von der
Situation ab." Und weiter: "Die Moralität sollte dem einzelnen nicht
unzumutbare Pflichten auferlegen ( scheinbar ist es eine unzumutbare Belastung
sich Sorge um das Wohlergehen und Leben des Anderen (Partners.) zu machen."
1.Nur eine Minderheit HIV –infizierter Personen erzählen ihrem Partner von
ihrer Krankheit.
2.Die Zahl der Fälle, in denen die Infektion bekannt gegeben wird, verringert
sich mit zunehmender Zahl an Sexualpartnern.
3. Während manche meinen, dass es ein verstärktes HIV Reportsystem und eine
Verständigung der Partner von Seiten der Regierung geben sollte, Sagt Bayer,
dass sogar hier eine moralische Einstellung im Spiele ist, da "eine
Partnerverständigung nur dann möglich ist, wenn die infizierte Person
Verantwortungsgefühl hat und bereit ist, die Namen seiner /ihrer Partner zu
nennen ."
Bayer fordert Illingworths Aussagen darüber heraus, was sich Partner im
Zusammenhang mit Intimität in Bezug auf Ehrlichkeit erwarten. In einer
fortlaufenden Studie an der Columbia Universität für Öffentliche Gesundheit
sagt er gemeinsam mit anderen :
" Wir haben kaum eine Person gefunden, die nicht mit äußerster
Empörung darauf reagiert hat, wenn sie von ihrem Partner nicht über dessen
Infektion informiert worden war."
Doch es scheint Hoffnung zu geben.
Laut Bayer informierte ihn der Direktor einer der ältesten Organisationen für
AIDS Prävention, dass" die Organisation zu dem Schluss gekommen sei, dass
eine AIDS Prävention ohne Altruismus nicht möglich sei, und sich nun bemühe
um eine Neuorientierung in allen ihren Anstrengungen in Hinblick auf dieses
moralischen Aspektes."
Bayer sagt aus, dass das Modell des "Sich-selbst-schützens"
unzureichend ist.4Die Ideologie des "Sicheren Sex", die als
pragmatische Weisheit präsentiert wurde, ist allzu oft ein Deckmantel für
selbstzerstörerisches Verhalten, das sich letztlich als höchst
"unrealistisch" herausstellt.
Es ist ermutigend zu beobachten, dass wenigstens einige Institutionen für
Öffentliche Gesundheit zu entdecken beginnen, dass man gute Gesundheit für den
Einzelnen und für die Gesellschaft nicht erreichen kann ohne Ethik zu
entwickeln und in die Maßnahmen mit ein zu beziehen.
Artikel entnommen: Free Teens Newsletter, herausgegeben von FREE TEENS USA,
Inc., non profit organisation.Herausgeber: Richard A.Panzer
Free Teens USA
P.O. Box 97 /Westwood, NJ 07675/ 201-488-FREE
Ins Deutsche übersetzt von Renate Amesbauer
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1 Brief von Patricia M. L .Illingworth, J.D.,
Ph.D., N. Engl.J.Med. 31.October 1996,18,1398-9
2 SE Landis et al., "Results of a randomized
trial of partnernotification in cases of HIV infection in North Carolina,
"N Engl.J.Med 1992; 326:101-6
3 G. Marks et al., "Selvdisclosure of HIV infection to sexual partners,"
Am.J Public Health 1991; 81:1321-2
4 Letter from Ronald Bayer, Ph.D., N EnglJ Med 31 October 1996; 335, 18,
1398-9