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Ost trifft Westen

Ich bin in Japan geboren und aufgewachsen am Land und in einer buddhistischen Familie, wo die Mutter besonders religiös war. Meine Mutter betete jeden Morgen und Abend und opferte täglich den ersten Reis zu Buddha und den Ahnen. Wenn wir Geschenke von Gäste bekamen, opferten wir das Geschenk vor dem Altar, aus der Dankbarkeit an unsere Vorfahren, die uns immer beschützten.

Ich machte auch mit. Wenn wir irgendwo von einer Reise oder Ausflug zurückkamen, gingen wir zuerst zum Altar und beteten.

Also wir sind sehr mit unseren Vorfahren verbunden.

Als ich neun Jahre alt war, sah ich mit meiner Mutter und Schwester zum ersten Mal ein richtigen ausländischen Film „ An der schönen blauen Donau „ im Kino. Der Film ist über die Geschichte der Wiener Sänger Knaben. Das war sehr faszinierend für mich. Damals überlegte ich sehr ernst darüber, „ Ich möchte auch einmal dort singen. Aber ich bin ein Mädchen. Was soll ich machen, damit ich dort hineinkommen kann ? Ich möchte unbedingt einmal nach Europa.! „  Ich habe natürlich damals nicht gedacht, dass ich mit einem Österreicher später heiraten werde.

Mit 18 zog ich aus, aus dem Elternhaus und studierte Wirtschaftswissenschaften in der Großstadt Tokio. Das war für mich wie wenn ein Flussfisch plötzlich ins große weite Meer hinaus schwimmt. Dort wurde ich zum ersten mal mit verschiedenen Weltanschauungen konfrontiert .

In der ersten Woche war ich in meiner kleinen Wohnung inmitten von Tokio gefesselt geblieben, weil ich Angst hatte, in die große Stadt hinaus zu gehen.

Meine Universität war eine methodistische Universität, die ein Amerikaner zu Missionierenszweck gegründet hat. Am ersten Tag erhielten alle Studenten eine Bibel und es gab jeden Tag eine Messe an der Universität und Einführung ins Christentum war Pflichtfach.

Gleichzeitig war meine Universität ein Treffpunkt für kommunistische Studenten, weil die in der Nähe vom Parlament lag.

Die gewalttätigen maskierten Studenten, die mit Helm und Stange bewaffnet demonstrierten , schlugen Professoren und Studenten, die gegen die gewalttätige Demonstration waren.

Es gab Streit zwischen Polizei und Demonstranten.

Damals gehörten in Japan überall an den Universitäten solche Geschehnisse zum Alltag.

In der Fakultät der Theologie wurden einige Studenten geschickt, um die Befreiungstheologie

zu verbreiten. Also Gott ist tot.

 Wir hatten damals extrem unterschiedliche Weltanschauungen zu Auswahl.

Ich stelle mir die Frage, ob der Kommunismus wirklich die entgültige Lösung der Armut und der Ungerechtigkeit ist ?

Meine Diplomarbeit war, funktioniert das Wirtschaftssystem des Kommunismus ?

In meiner Fakultät waren die Professoren in zwei Gruppen gespaltet, die für den Kommunismus und die gegen den Kommunismus.

Durch den Zusammenbruch des Kommunismus sind wir darauf gekommen, dass das Wirtschaftsystem des Kommunismus nicht funktioniert.

Solange Menschen Egoismus nicht überwinden können, können wir nur durch die äußere Systemänderung eine Ideale Welt nicht schaffen. Der Wert der Waren soll nicht einseitig bestimmt werden, sondern durch Übereinstimmung zwischen Produzierenden und Konsumenten bestimmt werden.

Mein japanischer Professor sagte mir damals nach einer Rundreise in den ehemalige Ostblockländern vor dem Zusammenbruch des Kommunismus, „ In Russland sah ich viel größeren Qualitätsunterschied zwischen Kinderwagen von Amen und Reichen als in demokratische Ländern. Es gab die Öffnungszeiten des Restaurants nur für Parteibeamte.

Ich habe in Deutschland mit jungen Leute von der DDR selber erfahren, wie sie bei der Flucht ihr Leben riskiert haben. So lange es Missbrauch der Macht gibt, so lange Menschen ihren inneren Konflikt nicht lösen können, können wir nicht erwarten auf einer harmonischen Welt, egal unter welchem System der Politik zu leben.

 Nach der Auseinandersetzung  in meiner Studentenzeit ging ich im Alter von 24 Jahren aus meiner Heimat Japan in die Welt hinaus. Seit schon 27 Jahren lebe ich in Europa.

Also mehr als die Hälfte meines Lebens lebe ich in Europa.

Ich muss aber sagen, dass ich immer noch sehr in der fernöstlichen Kultur verwurzelt bin.

 Ich habe in Europa , nicht nur mit europäischen Kultur sonder auch mit meiner eigenen Kultur Japans konfrontiert . Wenn ich nur in Japan gewesen wäre, hätte ich wahrscheinlich nie mit meiner eigenen Kultur konfrontiert.

 In Japan gibt es ein altes Sprichwort, das sagt, „ Mugen Jikko“ . Das heißt, nicht viel reden, sondern handeln.“ Wenn man viel sagt, aber nicht tut, was man sagt. Solch  einen Menschen nennt man eine  leichtsinnigen oder oberflächlichen Menschen. Aber wer nicht viel redet, tut und praktiziert, solch einen Menschen nennt man einen tiefsinnigen Menschen und er wird respektiert.

Mein Aufenthalt in England war für mich der erste Auslandsaufenthalt.

Es war für mich ein großer Kulturschock. Eines Tages sagte mir mein Bekannter , „ I don´t know, what you are thinking.You don´t  show me your mind. I feel strange.”

Das war ein großer Schock. Obwohl ich trotz meiner Sprachschwierigkeit immer wieder mich bemühte, mich auszudrücken. Aber grundsätzlich wenn es nicht notwendig ist, möchte ich lieber nicht meine Emotion oder Gefühl überall zeigen. Ich erwartete auch ein bisschen, dass die Leute ohne etwas zu sagen, meine Gedanken und meine Gefühle verstehen können.

In Japanisch gibt es das Wort „ Ki wo tsukaru „ oder „ Ki wo kubaru.“

Zum Beispiel der Gastgeber versucht immer heraus zu finden, was der Gast braucht oder gerne hat, ohne das der Gast es zu sagen braucht.

Ich bin aber darauf gekommen, das es hier notwendig ist sich mehr auszudrücken, weil wir aus unterschiedlichem Kulturkreis kommen. Seither versuche ich meine Gedanken und Gefühl mehr auszudrücken, damit ich vermeiden kann von anderen missverstanden zu werden oder las eine unsichtbaren Figur betrachtet werden.

Das war für mich keine leichte Aufgabe, weil ich aus meiner Familie eine andere Wertschätzung für Lebensstil gelernt hatte und zusätzlich Ausdruckschwierigkeiten mit der fremden Sprache hatte.

Diese Erfahrungen waren eine Lehre für mich und ich habe gelernt, wie wichtig es ist unsere Gedanken oder Gefühle auszudrücken, damit wir uns besser verstehen können, weil wir von sehr verschiedenem kulturellen bzw. religiösen Hintergrund kommen.

 

Ich habe oft mit meiner eigenen Kultur konfrontiert, In Österreich und Deutschland, wo ich lange gelebt habe, habe ich erlebt, dass es viele Leute gibt, die Buddhist geworden sind.

Ich frage mich, was fasziniert am Buddhismus die Menschen in Europa ?

Welche Punkt finden sie im Buddhismus besser als in Christentum ?

 Es gibt ein buddhistisches Wort, das heißt Ingaouhou (因果応報 )

Es gibt keine Zufälle. Es gibt immer Ursache und Wirkung.

Eine Begegnung mit Jemand ist auch nicht Zufall, sondern aus bestimmten Grund geschehen. Wenn etwas schreckliches passiert , ist es nicht Zufall, sondern aus bestimmten Grund.

Dieser Grund kann aus der eigenen Vergangenheit, aus eigener Vorfahren oder früherem Leben kommen. Ich glaube selber nicht in die Reinkarnation , aber ich glaube an den Einfluss von eigenen Vergangenheit, Eltern und Ahnen.

Wenn ich ein Beispiel nenne, wenn jemand mit einem bestimmten Problem kämpft, kann er darüber ständig jammern, „ Warum muss ausgerechtet ich in einer solcher Situation leiden. Wenn das so wäre, wäre ich .....“ und versuchen Schuldigen zu finden. Letztendlich bringt sein Verhalten keine Besserung.

Aber wenn man zuerst das Problem akzeptiert, das er tragen muss aus einen bestimmten Grund, kann er etwas wichtiges lernen, kann er besser Wiedergutmachung leisten und wenn man eine Sinn in der Situation findet, kann er besser das Problem bewältigen und Zufriedenheit in sich finden. Vielleicht waren seine Vorfahren sehr reich und misshandelten

Arme. Um die Wiedergutmachung zu leisten, können die Nachkommen das Herz der Leidenden durch eigene schwierige Situationen verstehen.

 Meine Mutter sagte mir oft, „ nicht immer nach Oben schauen, sondern auch nach Untern schauen.“

Wenn ich mich immer vergleiche mit den Leuten, die besser sind als ich, fühle ich immer unzufrieden und klage, wie so ist das so.“

Aber wenn ich nach Untern schaue, die Menschen, die in viel schwierigen Umstände leben, in einem Krieggebiet, die Straßenkinder, die Obdachlosen, kann man einfach mit der jetzigen Situation zufrieden sein.

Heutzutage sagt man auch in Europa überall „ positiv Denken „

Obwohl man in gleicher Situation steht, mit dem positivem Gedanken kann man Zufriedenheit finden und auch positiven Gedanken kann bessere Wirkung bringen. Also Umstellung der Gedanken. Dieses positive Denken ist gleich mit der buddhistische Philosophie , denke ich . In den buddhistischen Lehre gibt es viele Weißheiten, die uns zum positiv Denken helfen.

 Die Gründerin der Frauenförderation für Weltfrieden, Dr. Hak Ja Han Moon betont,

„ Heutzutage können wir durch Medien über die ganze Welt sehen und erfahren. Wir sollen trotzdem unbedingt miteinander treffen, um die Barriere von unterschiedlichen Kulturen, Religionen, Rassen, Ideologien zu überwinden.“

 Aus diesem Grund haben Dr. Hak Ja Han Moon und Ihr Mann Rev. Sun Myun Moon viele Projekte ins Leben gerufen, zum Beispiel Religiouis Yourse Seminar, wo junge Leute , Juden Christen, Moslem, Buddhist, egal aus welcher Religionen sie kommen, zusammen treffen, um gemeinsam in Entwickelungsländer zu arbeiten.

Nicht immer diskutieren, sondern zusammen arbeiten, schwitzen und essen, dadurch spürt man, dass unter einem hören Wesen wir alle gleich Menschen sind.

 Ich bin überzeugt, dass alle Menschen nach gleichem Ziel, Frieden in der Welt unter dem gleichen Ursprung, egal on man Gott , Allah, Jehovas nennt, suchen.

 Vielen danke für Ihre Aufmerksamkeit

  

Suzuko Hirschmann

last updated 11.06.2008 lg 

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