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EINE BRUECKE ZWISCHEN DEN GENERATIONEN

Die Oberösterreichische Frauenföderation für Weltfrieden gestaltete einen Musik­nachmittag im
Seniorenwohnheim Bad Hall – ein Beispiel dafür, wieviel Freude durch den Austausch
der Generationen entstehen kann.

„Menschen können sich vielleicht nicht genau daran erinnern, was du getan oder was du gesagt hast, aber sie werden sich immer daran erinnern, was für Gefühl du ihnen gegeben hast.“ Dieses Zitat aus der im Internet verbreiteten Geschichte „Die Taxifahrt“ fasst sehr schön zusammen, was wir während eines gemeinsamen Besuches bei alten, und zum Teil schwer behinderten Menschen im Seniorenheim erlebt haben. An einem Musik-Nachmittag, den die  Oberösterreichischen Frauenföderation für Weltfrieden im Seniorenwohnheim Bad Hall gestaltete.

Zur Vorgeschichte: Vor ein paar Monaten fand eine Versammlung  der Oberösterreichischen Frauenföderation statt, bei der es um Erfahrungsberichte, eine organisatorischen Neu-For­mie­rung, aber vor allem auch um eine Verbreiterung der Aktivitäten ging. Zur Vorbereitung wurden die Freundinnen gebeten, kurze Vorschläge und bevorzugte Tätigkeitsbereiche aufzuschreiben. Im Zuge dieser Reflexion wurde Angie Mooshammer (ein langjähriges ÖFFW Mitglied) bewußt, wie sehr ihr die Arbeit mit alten Menschen ein großes,  persönliches Anliegen ist und es erschien ihr auch als ein sehr sinnvoll, sich im Rahmen der Frauenföderationdafür zu investieren. Ihr Vorschlag, als Familien Menschen im Seniorenheim durch Musik und Geschenke Freude zu bereiten, wurde von allen einschließlich der an diesem Tag neu gewählten Obfrau der ÖFFW Oberösterreich, Tsuyako Gutenbrunner, mit Freude angenommen.

Wie es dazu kam (Angies Erlebnisse):

Als es darum ging, meine Vorschläge aufzuschreiben, hatte ich das Gefühl, dass bei all den Aktivitäten in der Gesellschaft die Aufmerksamkeit für alte Menschen bisher zu kurz gekommen ist. Fast jede Woche besuche ich wochentags die Großmutter meines Mannes Friedrich, die 98 Jahre alt ist. Wir nennen sie „Omi“, da die Kinder ja auch noch eine „Oma“, nämlich Friedrichs Mutter, haben. Sie lebt im Bezirks-Senioren­wohnheim Bad Hall (die Nachbargemeinde von Friedrichs eigentlicher Hometown, außer der Großmutter lebt auch noch ein Onkel dort). Bei diesen Besuchen bemerkte ich, dass immer, wenn ich meine Kinder mitbringe, die alten Leute lächeln und sie ansprechen. Kinder schaffen es in besonderer Weise ihre Herzen zu öffnen.

An einem Tag, als ich Omi wieder besuchte, wollte ich mich beim Pflegepersonal erkundigen, wer für die Organisation im Seniorenheim verantwortlich ist. Auf dem Weg dorthin, zerbrach ich mir den Kopf darüber, wie ich einen besseren Kontakt herstellen könnte. Am selben Tag war jedoch der katholische Diakon, der sich um die Seelsorge im Seniorenheim kümmert, zu Besuch und sprach mit den Heimbewohnern.

Da ich neben Omi saß, kam ich ins Gespräch mit dem Diakon, und wir unterhielten uns auch über das Verhältnis zwischen älterer und jüngerer Generation. Ich erzählte ihm, dass ich ein Mitglied der Frauenföderation für Weltfrieden sei und dass wir verschiedene Projekte machen. Ich fragte ihn auch um seine Meinung über die Idee, ein Programm für die Heimbewohner anzubieten. Der Vorschlag gefiel ihm, und er stellte  mich der Heimleiterin vor. Im Nachhinein ist mir klar, dass dies wirklich ein schöner "Zufall"l war. Und ich dadurch  einen schnelleren und direkten Zugang zu den Verantwortlichen erhielt. Tsuyako Gutenbrunner und Therese Heitzinger konnten weitere Freundinnen und ihre Familien gewinnen, die bereit waren, Zeit und ihre künstlerischen Fähigkeiten für die Veranstaltung zur Verfügung zu stellen.

Am Samstag, den 28.Mai, dem Tag der Veranstaltung, war, wie an jedem Wochenende, weniger Personal da. Dennoch konnten alle Heimbewohner, denen das möglich war, in den Speisesaal im Erdgeschoß gebracht werden. Karl Zinkl (Ehemann einer unserer Freundinnen)  übernahm  - als einziger Mann auf der Bühne - die Moderation. Nach der Begrüßung durch die Heimleiterin stellte Maria Pammer kurz die Frauenföderation für Weltfrieden vor.

Das Musikprogramm bestand aus klassischer Musik und Volksliedern, aber auch Holy Songs. Die Instrumentalstücke wurden von Mari Peham, Monika Ueki, vor allem aber auch von den Kindern (Harue, Marika, Samantha) gestaltet. Der ad hoc zusammengestellte Chor - Karl, Gaby, Maria, Helga, Therese, Angela, Monika und Irma - gab einige Lieder zum besten. Als Geschenk bekamen alle HeimbewohnerInnen traditionelle japanische Origami - Papierkraniche. Tsuyako, unsere Origami - Expertin erklärte auch, was es in Japan bedeutet, einen Papierkranich zu schenken: Der Kranich ist ein Symbol für Glück, Gesundheit und langes Leben. Ein wichtiger Programmpunkt wurde ebenfalls von den Kindern gestaltet: Alle Anwesenden bekamen selbst gebackene Muffins.

 

 

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Angie hat einen weiteren Programmpunkt sehr intensiv erlebt:

Gemeinsam mit Mari, Monika, Harue und Samantha gingen ich hinauf in die Stationen in den anderen Stockwerken, um für jene zu spielen, die nicht herunter kommen konnten. Auch diese alten Menschen bekamen Geschenke, meist nur die Kraniche, (da sie die Muffins nicht essen konnten). Die meisten von ihnen waren bettlägerig .und haben normalerweise nur mit den Pflegepersonen und mit ihren Angehörigen Kontakt. Wir sind überzeugt, dass sie die Botschaft der Kinder und ihrer Lieder wohl verstanden haben, obwohl sie sich nur mehr schwer ausdrücken können! Ich habe das Heim schon oft besucht habe, aber ihre Anwesenheit war mir vorher noch nie bewusst gewesen.

Kurz bevor unsere Musikerinnen ein letztes Lied anstimmten, öffnete Frau Neuhofer, die Heimleiterin, die Tür zu einem weiteren Raum, sodass noch mehr  Menschen auch dort die Musik hören konnten. Ich hatte das Gefühl, als ob gleichzeitig auch die Tür zur Geistigen Welt geöffnet würde und der Klang der Musik hinüber schwebte. Auch die die Pfleger und Pflegerinnen lächelten und freuten sich mit uns über die Reaktion der alten Menschen.

Dies war ein sehr bewegendes Erlebnis für uns alle. Musik und Gesang können aus einem eintönigen All-Tag einen fröhliche, besonderen machen, der nicht so schnell in Vergessenheit gerät Ich bin sicher, dass die Heimbewohner das auch so erlebt haben.

Auch für unsere Familie war dieses Ereignis ein Besonderes. Unsere Kinder beteiligten sich am Ausgeben der Geschenke (auch die Angestellten bekamen Muffins und Kraniche) und erlebten dabei die Freude des "Gebens". Von unserer Familie waren vier Generationen repräsentiert: Urgroßmutter (Friedrichs Omi), Großmutter (Friedrichs Mutter brachte Omi, ihre Mutter, selbst herunter, um mit ihr das Programm anzuhören), bis hin zu den Enkelkindern. Die Altersspannweite war also  von 4 bis 98 Jahre.

Bevor wir nach Hause fuhren, traf ich Omi und drei andere alte Frauen, die beisammen saßen. Eine kam zu mir, umarmte mich spontan,  und sagte: „Ich hab‘ dich lieb!“

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Friedrich & Angie Moshammer

last edited 29.01.2006 Lilly Gundacker

Mit Herz und Hand ist die Online Zeitschrift der 
Österreichischen Frauenföderation für Weltfrieden

Redaktion: Renate Amesbauer
Freie Mitarbeit: Mag. Maria Pammer, Ingrid Hauseder,  Therese Heitzinger,

 

Die Österr. Frauenföderation für Weltfrieden (OEFF) (Z.V.R. 367192876) arbeitet als nicht-staatliche Organisation mit allgemein beratendem Status beim Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen,
ist ein Teil der Internationalen WFWP (NGO in general consultative status with the Economic and Social Council of the UN) www.herzundhand.at

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